Die Fahrzeuge im Regionalverkehr

Der Talent 3 BEMU von Alstom

Foto: Gerhard Schneider
 
Foto: Rainer Lang Seit dem 5. Februar 2022 ist am Wochenende ein neuer Zug auf der Strecke zwischen Gunzenhausen und Pleinfeld unterwegs: Der Talent 3 BEMU (Battery Electrical Multiple Unit) von Alstom. Dabei handelt es sich um einen elektrischen Triebzug der Baureihe 442, der auf elektrifizierten Strecken seine Energie ganz normal über den Stromabnehmer aus der Fahrleitung bezieht. Auf Strecken ohne Fahrleitung versorgt sich der Zug über eine Batterie. Beim Bremsen erzeugte Energie wird für die Aufladung der Batterie genutzt. Die vollständige Aufladung der Batterie dauert 10 Minuten und kann sowohl während der Fahrt als auch im Stillstand bei gehobenem Stromabnehmer unter Fahrleitung erfolgen. Im Batteriebetrieb beträgt die Reichweite dieses Prototyps 40 Kilometer, in der späteren Serienfertigung werden 100 Kilometer angestrebt.

Foto: Gerhard Schneider Dieser erste voll zugelassene Batteriezug von Alstom befindet sich nun mit der Deutschen Bahn (DB) als Betreiber in Bayern im offiziellen Testbetrieb. Am 24. Januar hatte der Zug bereits erfolgreich seine Fahrt in Baden-Württemberg aufgenommen.

Foto: Rainer Lang Auf der Linie im Fränkischen Seenland verkehrt der Batteriezug samstags und sonntags, werktags ist er in Baden-Württemberg auf der Strecke Stuttgart - Horb unterwegs. Der Testbetrieb des Fahrzeugs mit 163 Sitz- und 162 Stehplätzen läuft bis Anfang Mai 2022.

Die Entwicklung des Zuges erfolgte im Rahmen des vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekt „BEMU“. Der Zug wurde vom Fahrzeughersteller Bombardier in Hennigsdorf (heute Alstom) gebaut und gemeinsam mit der TU Berlin weiterentwickelt. Dort ist auch ein Flyer abrufbar, der weitere Details zum Zug und Testeinsatz bereit hält.

 
Foto: Gerhard Schneider Akkufahrzeuge sind in Franken nicht ganz neu: Augsburger Akkutriebwagen der Baureihe 515 bedienten von Nördlingen aus neben der Verbindung nach Dombühl über Dinkelsbühl auch die Strecke über Oettingen, Wassertrüdingen und Gunzenhausen nach Pleinfeld. Es gab also bis in die Mitte der 1985er Jahre elektrischen Betrieb auf der Seenlandbahn. Erst am Abend des 1. Juni 1985 war damit Schluss - vorübergehend, wie wir heute wissen. Ab dem Sommerfahrplan 1985 übernahmen dann zunächst Würzburger 212 das Regiment.

Foto: Gerhard Schneider Hier einige Erinnerungen an die Baureihe 515 auf der Seenlandbahn:

Im Bild rechts oben steht links der abfahrbereite 515 011 als Nt 7217 nach Gunzenhausen, während rechts der soeben angekommene 515 021 (Nt 7218) zu sehen ist. Die Aufnahme entstand am 01.06.1985, dem letzten Betriebstag der Akkutriebwagen in Franken.

Im Foto links ist 515 021 als Nt 7215 zu sehen. Er legt am 22. März 1985 einen Halt in Langlau ein.

 

last update:
29.03.2022 WK
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Wolfgang Kollorz
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