Die Fahrzeuge der Nürnberger U-Bahn

Die Entwicklung der Nürnberger U-Bahnzüge geht auf eine Stadtratsentscheidung aus dem Jahr 1966 zurück. Damals beschloss die Stadt Nürnberg, sich der Fahrzeugentwicklung der Münchener Wagen anzuschließen. Dadurch war ein günstigerer Fahrzeugpreis zu erzielen, ferner hielt man sich die Möglichkeit offen, zu besonderen Anlässen gegenseitige Fahrzeughilfe leisten zu können. Erst mit der dritten Wagengeneration - dem DT3 bzw. dem Münchener C-Wagen - ging man völlig getrennte Wege.
Im Folgenden ein kurzer Rückblick in die Geschichte der Pegnitzpfeile.



DT1                   DT2                   DT3 / DT3-F                   G1                   Arbeitswagen

Foto: Sammlung Nahverkehr-Franken Den Anfang in Nürnberg machte der DT1 (Doppeltriebwagen Typ 1), der weitgehend dem Münchener A-Wagen entspricht. Die ersten 14 Züge dieses Typs wurden ab 1970 von der MAN Nürnberg ausgeliefert.
Wie sich bereits kurz darauf zeigte, hat sich die Einheitlichkeit mit München bewährt, als 3 Nürnberger Wagen wegen der Olympischen Spiele 1972 dorthin verliehen wurden und gemeinsam mit den dortigen Fahrzeugen eingesetzt waren.
Die stetige Verlängerung der U1 in Richtung Stadtmitte und später weiter nach Fürth sorgte für steigenden Fahrzeugbedarf, was zur Bestellung von zwei weiteren Bauserien des DT1 führte.
Gleichzeitig hat die fortschreitende Entwicklung der Antriebstechnik den ersten serienmäßigen U-Bahnwagen mit Drehstromfahrmotoren zur Folge. Die mechanisch weitgehend mit den ersten Serien identischen Fahrzeuge wurden von der VAG in 32 Exemplaren aus drei Bauserien beschafft.

Foto: Wolfgang Kollorz Mit Verlängerung der Linie U2 über den Rathenauplatz hinaus ergab sich Anfang der neunziger Jahre ein erneuter Mehrbedarf an Fahrzeugen. Jetzt wurde auf den DT1-Nachfolger, den DT2, gesetzt. 12 Züge, deren wagenbaulicher Teil ähnlich dem Münchener B-Wagen ist, kamen 1993 bei MAN zur Auslieferung. Bei etwa gleich bleibendem Grundriss wurden sowohl Design als auch Inneneinrichtung und Technik überarbeitet: Bereits auf den ersten Blick unterscheiden sich die Züge von den bisherigen. Der DT2 verfügt über eine große ungeteilte Frontscheibe, ein Sichtfenster zum hell gestalteten Fahrgastraum sowie Türknöpfe statt Türhebel. Äußerlich sind alle Züge ab Werk in der neuen VAG-Lackierung ausgeliefert worden.


Foto: Sammlung Nahverkehr-Franken Eine völlig neue Fahrzeuggeneration sollte auf der neuen Linie U3 zum Einsatz kommen, da dort ein automatischer Betrieb ohne Fahrer geplant war. Der Auftrag wurde an Siemens vergeben, wobei die mit der U3 eng verknüpfte U2 nach Inbetriebnahme der U3 auch automatisiert werden sollte. Bestandteil dieses Projektes waren 32 Züge vom Typ DT3, welche zwischen 2004 und 2007 geliefert wurden. Die ausschließlich für den automatischen Betrieb vorgesehenen Wagen besitzen keinen Fahrerstand, wodurch die Fahrgäste an den Zugenden freien Blick auf die Strecke genießen können.
Da sich für 2011 erstmals Bedarf an Ersatzfahrzeugen für die in die Jahre gekommenen DT1 auf der U1 abzeichnete, entschloss sich die VAG, 14 Züge des vom DT3 abgeleiteten DT3-F unter Einbezug einer fünf DT3 umfassenden Option zu beschaffen. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass der DT3-F wieder einen Fahrerstand besitzt und somit sowohl auf den automatisierten Linien U2 und U3 als auch auf der konventionell betriebenen U1 fahren kann.

Nicht unerwähnt bleiben sollen die Arbeitsfahrzeuge, die die VAG für die Unterhaltung der U-Bahn-Strecken vorhält.

Ausführliche Informationen sowie Fahrzeuglisten zu den einzelnen Fahrzeugtypen sind unter den entsprechenden Links im oberen Teil der Seite zu finden.

last update:
17.01.2016 WK
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