Die Nürnberger U-Bahn
Der Weg zum fertigen G1

Foto: Siemens Mobility GmbH

 

Am 27. November 2018 wurde im Werk Wien der Siemens Mobility GmbH erstmals der neue Gliedertriebzug G1 für die U-Bahn Nürnberg vorgestellt. Seit der Bekanntgabe der Vergabe an Siemens im November 2015 wurden Lasten- und Pflichtenheft erstellt und das Detaildesign abgeschlossen. Änderungswünsche der VAG und Lieferschwierigkeiten einzelner Zulieferer führten zu einer etwa einjährigen Verschiebung der Vertragstermine. Anfang 2018 wurde mit der Fertigung des ersten Zuges begonnen, im März desselben Jahres war der erste Wagenkasten gebaut und lackiert, jedoch noch ohne Innenausbau. Nun sind zwei Züge nahezu fertiggestellt, der Stand der Fertigung ist wie folgt:

Derzeit sind sieben der insgesamt 27 bestellten Züge in Bau:
  • Zug 1 fertiggestellt, Restarbeiten an einem Halbzug, die zweite Hälfe ist beim Klimatest (RTA)
  • Zug 2 fertiggestellt, derzeit statische Inbetriebnahme
  • Zug 3 in der Montage (Einbauten)
  • Zug 4 in der Montage (Einbauten, Klebestand)
  • Zug 5 bei der Oberflächenbehandlung (Lackierung)
  • Zug 6 in der Wagenkastenfertigung (Rohbau), davon zwei Wagen fertig und zwischengelagert
  • Zug 7 in der Wagenkastenfertigung
Voraussichtlich im Februar 2019 werden die ersten beiden Züge ins Siemens Prüfcenter nach Wegberg-Wildenrath überführt, um dort die dynamische Inbetriebsetzung durchzuführen. Im Frühjahr 2019 geht dann der erste Zug nach Nürnberg, um Werkstatt- und Fahrpersonal zu schulen. Erste Fahrgasteinsätze werden für Herbst 2019 angestrebt.

Und hier die wesentlichen Neuerungen gegenüber dem DT3 und DT3-F:
  • gesamter 4-teiliger Zug durchgehend begehbar
  • geänderte Sitzanordnung in den Endabteilen hinter den Fahrerständen
  • kostenloses Fahrgast-WLAN
  • LED Innenbeleuchtung
  • Fahrgastraumtemperierung (begrenzte Klimatisierung)
  • Fahrerstands-Klimaanlage
  • ergonomisch gestalteter Steh-/Sitzarbeitsplatz für den Fahrer
  • von 1.300 auf 1.400 mm verbreiterte Türen
  • erweiterte optische Türzustandsanzeige (siehe auch unten)
  • Vorrüstung für den automatischen Betrieb
Die einzelnen Produktionsschritte - vom Blech bis zum fahrbereiten Zug:

  • Wagenkastenrohbau in Aluminium-Integralbauweise


  • - fräsen von Strangpressprofielen
    - Rahmen für Wagenkasten
    - Dach für Wagenkasten bei der Rissprüfung
    - Schweißarbeiten zwischen Dach und Seitenwand
    - im Rohbau fertiggestellter Endwagen
    - Mittel- und Endwagen von Zug 6, Rohbau fertiggestellt
      Foto: Wolfgang Kollorz

    Foto: Wolfgang Kollorz

    Foto: Wolfgang Kollorz
      Foto: Wolfgang Kollorz

    Foto: Siemens

    Foto: Wolfgang Kollorz


  • Robotergesteuerte Lackierung des Wagenkastens
         in Europas modernsten Oberflächenzentrum


  • - Lackierroboter beim Aufbringen der zweiten Grundschicht
    - zwischengelagerter fertig lackierter Wagenkasten
    - Spezialfahrzeug zum Transportieren der Fahrzeugkästen
      Foto: Wolfgang Kollorz   Foto: Wolfgang Kollorz

    Foto: Wolfgang Kollorz


  • Klebestand: Anbringung des Fahrzeugkopfes aus
         glasfaserverstärktem Kunststoff (GfK)


  • - Klebemontage des GfK-Fahrzeugkopfes
    - Kopfsegment steht zum Einbau bereit
    - Fußbodenmontage
      Foto: Siemens   Foto: Wolfgang Kollorz

    Foto: Siemens


  • Innenausbau: Verkabelung sowie Montage von
         Fußboden, Isolierung, Scheiben, Luftkanälen,
         Türen, Seiten- und Deckenverkleidungen,
         Sitzen und sonstigen Inneneinrichtungen


  • - Montagehalle mit fünf Fahrzeugteilen
    - Die Endwagen 409 und 412 von Zug 3 auf dem
      Montagestand
    - Innenausbau eines Endwagens
    - Verkabelung im Türbereich
      Foto: Wolfgang Kollorz

    Foto: Wolfgang Kollorz
      Foto: Wolfgang Kollorz

    Foto: Wolfgang Kollorz


  • Unterflur und Dach: Montage und Verkabelung der Komponenten


  •    


  • Aufsetzen des Wagenkastens auf die von Siemens Graz
         gelieferten Fahrwerke


  •   Foto: Siemens   Foto: Wolfgang Kollorz


  • Isolations- und Leitungsprüfung der Verkabelung mit einem Prüfrechner


  •    


  • Statische Inbetriebnahme und Tests in der
         Inbetriebsetzungshalle in Wien


  • - Frontpartie des G1 in der Inbetriebsetzungshalle
    - Fahrerpult während der Inbetriebsetzung
    - Fahrgastraum während der Inbetriebsetzung
      Foto: Siemens   Foto: Wolfgang Kollorz

    Foto: Siemens


  • Dynamische Inbetriebnahme der ersten beiden Züge im Siemens-Prüfcenter
         Wegberg-Wildenrath

  • Diese umfasst insbesondere Bremstests, Test Antriebsanlage und Geräuschmessungen.

       


  • Prüfungen und Testfahrten bei der VAG in Nürnberg


  •    



    Hier ein paar Impressionen von Innenraum und Türen der neuen Fahrzeuge (Grafiken vor Fertigung):

    Der Innenraum: Die Mehrzweckräume werden sich an den Fahrzeugenden im Bereich der jeweils ersten Türen befinden. Ansonsten findet einerseits die Sitzanordnung des DT3 Anwendung, es soll aber andererseits auch Sitzreihen in Längsrichtung geben.

    Grafik: VAG / Siemens Grafik: VAG / Siemens


    Die Türen von innen: Leuchtstreifen über den Türen signalisieren den Zustand der Türen.
    Bei grün sind die Türen zum Ein- und Aussteigen freigeben. Ist die Türe noch zu, kann sie geöffnet werden.
    Bei rot sind die Türen zum Ein- und Aussteigen gesperrt und bedeutet "Zurückbleiben bitte". Ist die Türe bereits geschlossen, lässt sie sich nicht mehr öffnen.

    Grafik: VAG / Siemens Grafik: VAG / Siemens


    Die Türen von außen: Die Leuchtstreifen über den Türen sind im geöffneten Zustand ebenfalls von außen sichtbar, zusätzlich sind die Türkanten analog zu oben beleuchtet.

    Grafik: VAG / Siemens Grafik: VAG / Siemens

    rotes Licht: "bitte zurückbleiben"
    Grafik: VAG / Siemens


    Zusätzlich wird es auch wieder akustische Türschließsignale geben. Die Abfertigung wird - wie beim DT3F - technikbasiert erfolgen. Das Heraustreten des Fahrers auf den Bahnsteig wird aufgegeben.


    last update:
    24.01.2022 WK
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