Die Geschichte der Nürnberger U-Bahn
Und der damit verbundene Rückbau des Straßenbahnnetzes

1925 erscheinen in der Nürnberger Tagespresse erstmals Artikel mit Vorschlägen für eine Unterpflasterbahn nach Fürth
1965 beschließt der Stadtrat den Bau einer klassischen U-Bahn
20.03.1967 Bundesverkehrsminister Georg Leber und Oberbürgermeister Dr. Andreas Urschlechter lösen an der Bauernfeindstraße den ersten Rammschlag für den Bau der U-Bahn aus.

Im Juni desselben Jahres faßt der Fürther Stadtrat den Beschluß, die U-Bahn von der Stadtgrenze bis zur Billinganlage zu bauen

01.03.1972 Nürnbergs U-Bahn fährt
Festplatz Langwasser, 10 Uhr morgens. Ca. 6.000 Menschen feiern einen "historischen Augenblick in der traditionsreichen Verkehrsgeschichte Nürnbergs". Nach einer Bauzeit von knapp fünf Jahren wird der erste Abschnitt der U1, die Strecke Langwasser-Süd - Bauernfeindstraße, in Betrieb genommen. Die leuchtend roten Wagen sind dem Ansturm der Bevölkerung trotz dem Einsatz von Sonderzügen kaum gewachsen. Die 10.000 Erinnerungsfahrscheine sind bereits nach kurzer Zeit vergriffen.
Allein in den ersten fünf Tagen befördert das neue Verkehrsmittel mit 613 Fahrten 160.000 Menschen auf der 3,7 km langen Strecke mit ihren 7 Bahnhöfen.
Am Bahnhof Bauernfeindstr. erfolgte der Anschluß zur Straßenbahn-Linie 1, die über Bayernstr. ins Zentrum und weiter nach Fürth fuhr
02.04.1974 In der City geht's zur Sache
Auftakt für die Arbeiten im Stadtzentrum. Nahe dem Königstorturm beginnt der Bau der Strecke Hauptbahnhof - Lorenzkirche. Die beiden Tunnelröhren werden in Schildbauweise vorgetrieben, einem Bohrverfahren unter Tage, das vor allem wegen des lockeren Nürnberger Sandbodens eingesetzt wird.
18.06.1974 Die U-Bahn erreicht die Südstadt
Bereits zwei Jahre nach ihrer Jungfernfahrt fährt die U-Bahn bis zur Frankenstraße. Die Strecke ist damit auf sechs Kilometer gewachsen.
Die Straßenbahnstrecke Bayernstr. - Bauernfeindstr. wird stillgelegt.
23.09.1975 Die U-Bahn erreicht die letzte Station vor der Altstadt, den Aufseßplatz
Mehr als die Hälfte der großen U-Bahn-Achse ist jetzt fertig.
10.08.1976 Eine zweite U-Bahn-Linie entsteht
Zwischen Plärrer und Rochusfriedhof beginnen die Bauarbeiten für die zweite U-Bahn-Linie. In Richtung Obere Kanalstraße wird weiter für die U1 gegraben.
13.06.1977 Nürnbergs größte Baustelle: der Plärrer
Am Plärrer, dem künftigen Knotenpunkt von U1, U2 und U3 (geplant war eine Strecke vom Tiergarten über die Südstadt und den Plärrer nach Thon, dieser Plan ist heute nicht mehr relevant), beginnen die Bauarbeiten
28.01.1978 Die U-Bahn in der Altstadt
Elf Jahre nach dem ersten Rammstoß steuern die "Pegnitzpfeile" die Innenstadt mit den Stationen Hauptbahnhof, Lorenzkirche und Weißer Turm an. Die vom Autoverkehr stark gebeutelte Altstadt wird deutlich entlastet - in den neu geschaffenen Fußgängerzonen atmet man zunehmend auf.
Wieder wird das Straßenbahnnetz deutlich verkleinert - alle Linie die durch die Innenstadt fuhren, werden über den Frauentorgraben umgeleitet oder enden am Jakobsplatz (Weißer Turm).
20.09.1980 Auf den Spuren des "Adlers"
Nürnbergs Stammlinie U1 hat den Plärrer erreicht, sie fährt nun bis zum U-Bahnhof Bärenschanze und begibt sich somit auf die Strecke des "Adlers", der ersten deutschen Eisenbahn, die hier am 7.12.1835 zum ersten Mal fuhr.
20.06.1981 Die U-Bahn fährt von der Bärenschanze weiter über Maximilianstraße bis Eberhardshof
12,7 km sind nun in Betrieb.
Der Straßenbahnbetrieb nach und in Fürth (Linien 1, 7, 11, 21) wird eingestellt, weil die Hochbahnbrücke an der Stadtgrenze auf U-Bahn-Betrieb umgestellt wird. An Stelle der Straßenbahn verbinden nun Busse die beiden Städte.
20.03.1982 U1 auf Nürnberger Stadtgebiet fertiggestellt
Die Jakobinenstraße in Fürth ist erreicht. Nach 15 Jahren Bauzeit ist die Stammlinie U1 auf Nürnberger Stadtgebiet fertiggestellt. Die Pegnitzpfeile fahren jetzt insgesamt 22 Stationen an.

28.01.1984 Mit der U2 in den Südwesten
Die U2 nimmt den Betrieb auf. Sie rollt vom Plärrer aus bis Schweinau und erschließt so den Südwesten Nürnbergs.
Ihr fallen die Südäste der Straßenbahnlinien 2, 3, 12 und 13 zum Opfer.
07.12.1985 U1 am vorläufigen Ziel - Hauptbahnhof Fürth
Die U1 erreicht ihren vorläufigen westlichen Endpunkt, den Hauptbahnhof Fürth - termingerecht zum Jubiläum "150 Jahre deutsche Eisenbahn"
27.09.1986 P+R in Röthenbach
Die 4,6 km lange Strecke der U2-Süd nach Röthenbach ist fertiggestellt. Ein Parkhaus mit über 500 kostenlosen Stellplätzen ergänzt das attraktive Angebot für Pendler
24.09.1988 Die U2 wächst in Richtung Norden
Sie fährt jetzt von Röthenbach kommend über Plärrer und Opernhaus bis zum Hauptbahnhof.
Schon für die Bauarbeiten wird der Verbindungsweg Plärrer - Hauptbahnhof der Straßenbahn stillgelegt und durch Busse ersetzt. Das Straßenbahnnetz wird vollständig umgestaltet..
29.09.1990 Knotenpunkt Rathenauplatz
Die U2 stößt in das nordöstliche Stadtgebiet bis zum Rathenauplatz vor.
22.05.1993 U2 bis Schoppershof
Die U2 wird um den Abschnitt Rathenauplatz - Rennweg - Schoppershof verlängert.
27.01.1996 Die U2 erreicht Herrnhütte
mit seinem P+R-Parkhaus. Die Gräfenbergbahn, seit diesem Tag mit deutlich mehr Zügen pro Tag als bisher, bekommt am Nordostbahnhof einen direkten U-Bahn-Anschluß.
Die Straßenbahnlinie 3 nach Ziegelstein wird komplett eingestellt und abgebaut, nur ein Betriebsgleis zum Betriebshof Nordost bleibt erhalten.
01.03.1997 25 Jahre U-Bahn-Betrieb
Das Netz ist jetzt 25 km lang und hat 35 Stationen. An Werktagen nutzen 350.000 Menschen das Verkehrssystem. 75 Fahrzeuge stehen dafür zur Verfügung.
05.12.1998 Die U-Bahn (U1) erreicht die Fürther Stadthalle
Am 163. Jahrestag der Eröffnung der Nürnberg-Fürther Eisenbahn wurden zwei weitere Bahnhöfe in Fürth in Betrieb genommen - Rathaus und Stadthalle, das Streckennetz erweitert sich dadurch um 1,7 km.
28.11.1999 Die U2 fährt zum Flughafen
Als erste deutsche Stadt besitzt Nürnberg einen direkten U-Bahn-Anschluß an seinen Flughafen...
Auf dem letzten 3,3 km-langen Bauabschnitt der U2 entstehen zwei neue Bahnhöfe: Ziegelstein und Flughafen
03.03.2003 Züge aus München (Teil 1)
Zur Verstärkung der Fahrzeugflotte erhält Nürnberg drei in München nicht mehr benötigte U-Bahn-Züge. Es handelt sich dabei um die Wagen 6110/7110, 6125/7125und 6127/7127. Sie erhalten in gleicher Reihenfolge die Nürnberger Bezeichnungen 561/562, 567/568 und 569/570 und wurden ab 2. Mai 2003 erstmals auf der U1 eingesetzt.
08.06.2003 Züge aus München (Teil 2)
Die zweite Lieferung von "Gebrauchtwagen" aus München trifft ein: Die Wagen 6121/7121, 6123/7123 und 6137/7137. ergänzen die drei bereits im Einsatz befindlichen Kolleginnen aus erster Lieferung vom 3. März 2003. Die Neuzugänge erhielten in gleicher Reihenfolge die Nürnberger Bezeichnungen 563/564, 565/566 und 571/572 und kamen ab dem 23. August 2003 zum Einsatz.
15.01.2004 DT3-Roll-Out in Wien
Foto: Sammlung Nahverkehr Franken Vor geladenen Gästen von VAG und Siemens wird der erste fertig gestellte DT3 präsentiert. Anschließend erfolgt die Überführung ins Siemens Test-Center Wildenrath.
01.04.2004 Erster DT3 trifft in Nürnberg ein
Nach umfangreichen Tests in Wildenrath wird der Wagen 701/702 in der Nacht vom 31. März auf den 1. April 2004, verladen auf zwei Tiefladern, auf der Straße nach Nürnberg überführt. 703/704 folgte im Mai 2004.
04.12.2004 U1 fährt bis Klinikum Fürth
Nach rund viereinhalb Jahren Bauzeit geht der Abschnitt Fürth Stadthalle - Klinikum Fürth in Betrieb und stellt einen weiteren Verknüpfungspunkt mit der Deutschen Bahn her. Damit wächst das Nürnberger U-Bahn-Netz um weitere 800 Meter.
März 2006 Mehr Sicherheit
Die Sicherheit bei der Zugabfertigung und im Fahrgastraum wird verbessert. Dazu erhalten bis auf die Züge der ersten Serie und die Münchener Züge ein Sicherheitspaket verpasst. Optisch-akustische Türschließwarnungen, sensible Türkanten sowie Kameraüberwachung im Fahrgastraum sind ab Ende März 2006 aktiv. Damit hat die klassische Zugabfertigung mit dem Spruch "Bitte zurücktreten" ausgedient. Lediglich die nicht umgerüsteten Züge werden bis zu ihrer Ausmusterung noch so abgefertigt.
16.09.2006 Leihwagen aus München
Wegen Problemen mit den Achslagergehäusen der DT2 kommt es zu einem Fahrzeugengpass. Deshalb gelangen die Münchener A-Wagen 103, 104, 108 und 126 für voraussichtlich 6 Monate leihweise nach Nürnberg.
06.11.2006 Test im Mischbetrieb auf U2/U3
Heute beginnt der Test der automatischen U-Bahn im Mischbetrieb. Zunächst nur im Spätverkehr verkehren bis zu sechs DT 3 automatisch auf der U3, währen die U2 planmäßig mit konventionellen Zügen betrieben wird.
07.05.2007 DT3 auf der U1 und U2
Für etwa 12 Wochen werden ab heute zwei DT3-Langzüge auf der U1 und der U2 eingesetzt. Die extra dafür modifizierten Fahrzeuge sollen sich im Alltagsbetrieb bewähren.
08.12.2007 U1 fährt zur Hardhöhe
Der vorerst letzte Bauabschnitt von Klinikum bis Hardhöhe in Fürth geht in Betrieb.
04.05.2008 Erstmals Fahrgastbetrieb auf der U3
Heute sind die Züge der U3 erstmals für die Fahrgäste freigegeben: Von 9 Uhr bis Betriebsschluss haben die Nürnberger Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, mit der automatischen U-Bahn zu fahren.
14.06.2008 U3 offiziell eröffnet
Die U3 wird offiziell eröffnet. Auch Bundesverkehrsminister Tiefensee nimmt an der Eröffnungsfeier teil. Damit geht die U3 mit gut 2 Jahren Verspätung in den Vollbetrieb.
28.09.2009 U2-Umstellung auf Automatikbetrieb beginnt
Heute beginnt mit zunächst 4 Kursen die Umstellung der Linie U2 auf automatischen Betrieb. Die restlichen Kurse folgen nach und nach bis zum 4.Januar 2010.
21.07.2010 Erster DT1 wird verschrottet
Nachdem im Januar 2010 nach der Umstellung der U2 auf automatischen Betrieb die 14 DT1 der ersten Bauserie abgestellt wurden, begann heute mit Wagen 419/420 und 423/424 die Verschrottung der ersten Nürnberger DT1.
20.08.2010 Erster DT3-F in Nürnberg
Am 18. August 2010 verlässt mit Wagen 765/766 der erster DT3-F das Herstellerwerk in Wien und wird zwei Tage später an die VAG übergeben.
10.12.2011 U3 erreicht den Friedrich-Ebert-Platz
Am 10. Dezember 2011 wird die U3 um 2 Bahnhöfe verlängert. Über den Bahnhof Kaulbachplatz erreicht die U3 den Friedrich-Ebert-Platz.


last update:
14.02.2012 RG
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