Vom Rathenauplatz fährt die U-Bahn in zwei Einzelröhren in einem großen Bogen unter der
Bayreuther Straße zwischen den angrenzenden Gebäuden hindurch, vorbei an den ehemaligen Henninger Brauereikellern
(Felsenkellern aus dem 19. Jahrhundert), in den im Rennweg liegenden, gleichnamigen Bahnhof.
Die Gleise werden in zwei Einzelröhren geführt, Weichenverbindungen gibt es direkt hinter dem Bahnhof Rathenauplatz
und etwa nach zwei Dritteln der Strecke kurz vor dem Bahnhof Rennweg.
Da die Bauarbeiter im Gegensatz zum vorangegangenen Bauabschnitt wieder auf Sandstein als Baugrund trafen, wurden
die Tunnel bergmännisch in Spritzbetonbauweise aufgefahren. Als Anfahrschacht in beide Richtungen diente die Baugrube
für den Bahnhof Rennweg, der in offener Bauweise errichtet wurde.
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Unerwartet größere Probleme gab es beim Auffahren der ersten Tunnelröhre, dem östlichen Gleis (Gleis 2) vom Rennweg
Richtung Rathenauplatz.
Während einer Nachtschicht brach plötzlich Material vom Tunnelfirst herein, jedoch nicht mürber Fels, sondern
Auffüllungen, Sand, Kies, vermischt mit Ziegelsteinbruch. An der Straßenoberfläche in der Nähe der Bowlingbahn tat
sich ein großer Trichter auf, in dem ein Mast der Straßenbahnoberleitung versank.
Was war geschehen? Die Mineure hatten einen alten, unbekannten und verfüllten Luftschacht angeschnitten, der neben einem
ebenfalls zu geschütteten, aber bekannten Treppenzugang zu den alten Henninger - Brauereikellern lag. Diese aus dem vorigen
Jahrhundert stammenden Felsengewölbe wurden im 2. Weltkrieg als Luftschutzräume genutzt und dazu - auch mit diesem Aufgang
und Lüftungsschacht - umgebaut. Der Aufgang war zwar sorgfältig in die Archivpläne eingetragen, der Luftschacht jedoch
nicht. Auch die Überprüfung und Kontrollvermessung der Anlagen vor dem U-Bahn-Bau ließen keinen Zweifel an der Vollständigkeit
der alten Unterlagen aufkommen. Der Schaden war jedoch geringer als anfangs vermutet, die Gründung der angrenzenden Gebäude
konnte durch Injektionen (Zementmörtelverpressungen) dauerhaft stabilisiert werden.
Der Bahnhof Rennweg liegt rund zehn Meter höher als der Bahnhof Rathenauplatz, obwohl beide in eineinhalbfacher
Tiefenlage (ein U-Bahn- und ein etwa halb so hohes Zwischengeschoß) errichtet wurden.
Zwischen Rathenauplatz und Rennweg steigen deshalb die beiden U-Bahn-Tunnelröhren wie das Gelände - der Hang des
Pegnitztals - stark an.
Der Bahnhof Rennweg ist 167 Meter lang. Da die Ausgänge in verkehrsberuhigte Zonen münden, führen sie direkt zur
Oberfläche. Als Auf- und Abstiegshilfen stehen wie gewohnt Fahrtreppen und Aufzüge zur Verfügung. Neu eingeführt wurde
der keramische Plattenbelag der Bahnsteige, der gegenüber den bisher meistens verwendeten Kunststeinplatten mehr Farbe
in die U-Bahnhöfe bringen soll. Ebenso der Blindenleitstreifen aus gerillten Keramikplatten vor der hellen Bahnsteigkante,
der sehbehinderten Menschen durch die veränderte Bodenstruktur die Nähe dieser Bahnsteigkante signalisieren soll.
Die 90 Meter lange Bahnsteighalle ist durch Höhenstaffelung gegliedert in zirka 55 Meter lange und vier Meter hohe
Bahnsteigmitten, zwei Erschließungsköpfe (Aufgang, Rolltreppe, Verteilerebene) und die zwischen gelagerte Übergangszone.
Der Bahnhofsquerschnitt in Form einer flachen Wölbung erzeugt die Assoziation eines Untertagebauwerkes mit einem
ausgewogenen Raumprofil und erreicht mehr Dispositionsraum an der Oberfläche für Straßenbaumaßnahmen, Spartenverlegung
und Baumpflanzungen. Eine Innen-Außen-Beziehung wurde durch den Einbau von Lichtkuppeln in der Bahnsteigmitte geschaffen
Darüber hinaus gliedern den Bahnhof farbige Bänder, die gleichzeitig die 14 Lichtkuppeln einfassen. Graffiti -
sonst fast nur als Schmiererei an öffentlichen Anlagen zu finden - ist hier in zwei Feldern in künstlerischer
Ausgestaltung zu sehen, ausgeführt von der Gruppe Megaplast - vier Nürnberger Graffiti-Künstlern.
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